Worum geht es?

Unsere Solidarität und Unterstützung gilt all den Projekten, die derzeit um ihr Überleben und für ihre Freiräume kämpfen müssen!
Unsere Solidarität gilt all den Besetzer*innen, die sowohl in der Vergangenheit als auch zukünftig für alternative Freiräume gekämpft haben und kämpfen werden!

All you squatters in the world:
You are great, keep on!
You are not the past, but the only future!

30 Jahre Besetzungen in Ost-Berlin

+++ english version below+++

Als vor 30 Jahren die Mauer fiel und in den darauffolgenden Monaten eine Phase der fröhlichen  Abwesenheit des staatlichen Gewaltmonopols die Besetzung von hunderten von Häusern im ehemaligen Ostberlin beförderte, dachten viele in einer Welle der Euphorie, dass wir hier mal etwas wirklich neues hinbekommen können. Jenseits von realexistierendem Sozialismus und westdeutschen Kapitalismus wirkliche Freiheit, Basokratie von unten und Bürger*innen Diplomatie von Ost nach West….

Seitdem ist viel passiert, viele der damals in Besitz genommenen Häuser existieren heute nicht mehr, andere sind aktuell in Kämpfen um ihre Zukunft, wieder andere haben sich legalisieren können, aber oft auf Kosten der politischen Energie nach außen.

Und heute? Besetzungen werden brutal beendet, Menschen unter fadenscheinigen Vorwänden aus ihren Wohnungen vertrieben, wie besessen wird Luxuswohnraum gebaut und günstige Mieten zu teuren hochmodernisiert. Kneipen und alternative Orte werden aus Profitinteresse gekündigt und verdrängt.

Da muss Mensch doch was tun.

Wir wollen deswegen im September 2020 in einem Aktionsmonat an die unbeschwerte Zeit vor dreißig Jahren erinnern, schauen, was wir von damals ins Heute retten konnten und vor allem darüber nachdenken, welche Strategien und Aktionsformen in unseren heutigen Kämpfen um die Stadt helfen können.

Und natürlich wollen wir feiern, am 1. Mai in der Mainzerstraße und den Rest des Jahres in der ganzen Stadt. wir wollen laut sein, wir wollen demonstrieren und auf vielfältige Art zeigen, dass wir da sind, dass wir uns nicht spalten lassen, das wir solidarisch Zusammenstehen und dass Freiräume was ganz anderes sind als ihre Mietraumverwertung.

Für eine bunte und solidarische Stadt, für Freiheitsräume und Subkultur, gegen Gewinnmaximierung und den Ausverkauf der Stadt. – Grillen wir gemeinsam die Miethaie!

+++english version+++

What´s this all about?

30 years of squatting

When the wall came down 30 years ago and in the months that followed a phase of the cheerful absence of the state’s monopoly on the use of force led to the occupation of hundreds of houses in the former East Berlin, many thought in a wave of euphoria that we could get something really new here. Beyond real-existing socialism and west german capitalism, real freedom, basic democracy from below and civil diplomacy from east to west….

A lot has happened since then, many of the houses that were taken over at the time no longer exist, others are currently fighting for their future, still others have been able to legalize themselves, but often at the expense of political energy to the outside world.

And today?

Occupations are brutally ended, people are frithened and driven out of their apartments on basis of flimsy pretexts. As if possessed, luxury living space is being built obsessively, and cheap rents are being modernized at expensive, insanely high prices. Pubs and alternative locations will be quit and replaced for profit.

We have to do something!

Therefore, in September 2020, in a month of action, we want to remind you of the carefree time thirty years ago, and see, at what we were able to save from then to now, and above all think about which strategies and forms of action can help in our struggles for the city today.

And of course we will celebrate, on May 1st in Mainzerstraße and the rest of the year in the whole city. We will be loud, we will demonstrate and show in a variety of ways that we are here, that we don’t let ourselves be split, that we stand together in solidarity and that open spaces are something completely different than their profit-oriented utilization of rental space.

For a colorful and solidary city, for freedom and subculture, against maximation of profits and the city’s sell-off. – Let’s grill the rental sharks!